Medizinische Klassifikation
Die WHO definiert Adipositas über den Body-Mass-Index: Grad I (BMI 30–34,9), Grad II (BMI 35–39,9) und Grad III (BMI ab 40, auch morbide Adipositas genannt). Im ICD-10 wird sie unter E66.0 kodiert. Übergewicht (BMI 25–29,9) ist die Vorstufe, aber noch keine Adipositas. Mehr zur ICD-10-Kodierung unter
Adipositas E66.0 (ICD-10).
Ursachen – ein Zusammenspiel
Genetik erklärt 40–70 % der Varianz im Körpergewicht. Dazu kommen Umweltfaktoren: ständige Verfügbarkeit hochkalorischer Nahrung, Bewegungsmangel, Stress und Schlafmangel. Emotionales Essen und Essimpulse spielen eine zentrale Rolle – das Gehirn lernt, Essen als Bewältigungsstrategie einzusetzen. Mehr dazu unter
Emotionales Essen.
Verbreitung in Deutschland
Etwa 53 % der Frauen und 67 % der Männer in Deutschland sind übergewichtig. Rund 25 % der Erwachsenen sind adipös (BMI ab 30). Die Zahlen steigen seit Jahrzehnten – bei Kindern und Jugendlichen besonders stark seit der Corona-Pandemie. Adipositas verursacht in Deutschland jährlich geschätzte 63 Milliarden Euro Gesundheitskosten.
Krankheit, nicht Charakter
Adipositas ist eine medizinische Diagnose, kein moralisches Urteil. Die Behandlung erfordert oft eine Kombination aus Verhaltensänderung, Bewegung und ggf. professioneller Unterstützung. Bigly setzt am Verhalten an: Essimpulse erkennen, hinterfragen und bewusst entscheiden. Strategien und Hilfe findest du unter
Strategien gegen Essimpulse und
Professionelle Unterstützung.